Sternfahrt der Helferkreise aus Oberbayern

Eine afghanische Familie lebt seit 3 Jahren in Kochel, der Ehemann hat eine Arbeitsstelle und kann die eigene Familie selbst versorgen. Die Kinder sprechen neben der Landessprache auch deutsch und bayrisch. Jetzt droht ihnen eine Abschiebung (Merkur, 03.03.2017). Nicht nur Afghanen, auch Flüchtlinge aus anderen Ländern sind trotz gewährtem Aufenthaltsrecht oft von einem schnellen Zugang zu Sprach- und Integrationskursen ausgeschlossen bzw. ihnen ist es generell untersagt, einer eigenen Arbeit nachzugehen. Dies sind nur wenige Beispiele für den Umgang mit Flüchtlingen in Deutschland, jedoch Beispiele, die für ein wachsendes Unverständnis sorgen. So kann es nicht weitergehen!

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Um auf die Missstände der Asylpolitik aufmerksam zu machen, haben sich circa 100 Helferkreise aus Oberbayern verabredet, Vertreter auf eine gemeinsame Sternfahrt zu schicken (BR, 04.03.2017). Darunter auch Vertreter des Helferkreises Asyl aus Bichl & Benediktbeuern. Am Samstag Vormittag, den 04.03.2017, machten sich viele ehrenamtliche Helfer auf den Weg nach München. Alle mit dem gleichen Ziel „Bavaria“! Verabredet in den ersten Wagons der Personenzüge fanden sich mehr und mehr Unterstützer zusammen, um schließlich am Fuße der Bavaria ein Gruppenbild mit circa 1000 Vertretern der Helferkreise aus ganz Oberbayern aufzunehmen. Dieses Gruppenfoto wird bei Übergabe der Tutzinger Resolution (eine Unterstützererklärung, entstanden im Januar auf dem „3. Asylgipfel“ in Tutzing) an den bayerischen Innenminister in A1 Format mit übergeben. Damit soll der Innenminister sich ein Bild machen, wie groß der Protest in der ganzen Fläche des Landes ist. Neben dem Helferkreis Asyl aus Bichl & Benediktbeuern wird diese Resolution, die im Wesentlichen 3 Punkte adressiert, von vielen weiteren Helferkreisen unterstützt. Ein paar Impressionen zum Tag gibt es hier.

1. Kein Arbeitsverbot für Asylbewerber
2. Keine Restriktionen bei Bildungsangeboten und Ausbildung
3. Keine Abschiebung in der gegenwärtigen Situation nach Afghanistan

Quellen:
Tutzinger Resolution, 28.01.2017
https://drive.google.com/open?id=0B2F0HxC2c6NsNk56dUp3NExfd3c
Merkur, 03.03.2017
https://www.merkur.de/lokales/bad-toelz/kochel-am-see-ort28931/kochel-kaempft-fuer-familie-nazimi-7451930.html
Beitrag BR, 04.03.2017
http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/nachrichten/asyl-helfer-sternmarsch-100.html

„Fremdenzimmer“ – 16 junge Männer aus Syrien und ihre Geschichte

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Veranstaltungsankündigung: „Fremdenzimmer“ – 16 junge Männer aus Syrien und ihre Geschichte – eine Lesung mit Musik und Bildern

Der Abend findet am Montag, den 20.03.2017 um 19.30 Uhr in der Franzmühle, Salzstr. 1 in Bad Tölz statt.

Männer aus Syrien im Alter von 19 bis 39 Jahren bezogen die einstigen Fremdenzimmer einer Pension in Oberbayern. Wer waren diese Männer? Wie sah ihr Leben vor der Flucht aus? Der Autor, Kunstkritiker und Mitarbeiter beim Bayer. Rundfunk Wilhelm Warning begleitet die Männer seit langem und hat sie nach ihrem Leben befragt. Hier kommen Männer unterschiedlichster Herkunft und Religionszugehörigkeit selbst zu Wort. Sie erzählen von ihrem Alltag vor dem Krieg. Von ihren Familien, der Gastfreundschaft, den traditionellen Festen, beschreiben die Suks von Damaskus. Und wie der Bürgerkrieg dieses Zusammenleben zerstörte und ihnen nur noch die Flucht blieb. Die einfühlsamen Fotografien von Enno Kapitza geben den 16 Männern Gestalt. Wilhelm Warnings Gesprächspartner ist der Diözesanbeauftragter für Flucht und Asyl, Monsignore Rainer Boeck.

Der Musiker Roman Bunka versetzt uns mit seiner Musik in die Heimat der Männer, nach Syrien. Eintritt € 7,00.

Ein jederman ist herzlich eingeladen.